Teichfilter
Gerade auf dem Sektor Teichfilter sind die Hersteller der unterschiedlichsten Systeme sehr einfallsreich. Vom billigen Tonnenfilter bis hin zu Trommelfiltern aus der Industrie kann man alles kaufen und beziehen. Sicher hat ein jedes System seine Vor- und Nachteile, auch wenn es bei einigen Produkten nur der Preis ist. Andererseits wird bei anderen Filtern wieder so stark übertrieben, dass die Sinnhaftigkeit solcher Filteranlagen hinterfragt werden muss. Beschäftigen wir uns einmal mit den verschiedenen Filterstufen.
Arten der Filterung Grundsätzlich kann man 3 Arten der Filterung unterscheiden, die Mechanische, die Biologische und die Chemische. Zu einem bestimmten Teil werden die verschiedenen Arten immer gleichzeitig ablaufen. So bildet sich auf nahezu allen Oberflächen ein biologischer Bakterienfilm, sogar auf den Oberflächen von der Teichfolie, Behältern, Steinen und dergleichen. Die Aufgaben der einzelnen Filterstufen sind sehr einfach zu erklären. Im mechanischen Teil soll der gesamte Grobschmutz (Laub, Kot, Algen, Futterreste, …) aussortiert werden. Der biologische Teil sollte dem Wasser die Nährstoffe entziehen und Schadstoffe abbauen. Beim chemischen Filter sollten in erster Linie Schadstoffe dem Wasser entzogen werden.
Teichfilter: "Mechanische Filterung" Bei der mechanischen Filterung kommen im Koisektor verschiedene Systeme zum Einsatz. Einerseits ist das die Sedimentation, also das Absetzverfahren von Grobschmutz. Zur Erreichung dieses Effekts werden große Behälter oder Absatzbecken verwendet (z.B. Vortex). In diesen Behältern kommt das Wasser nahezu zum Stillstand, und dem Schmutz bleibt Zeit durch die Schwerkraft zu Boden zu sinken. Am Behälterboden befindet sich ein Schmutzablauf durch den das anfallende Sediment entsorgt werden kann. Eine weitere Möglichkeit Grobschmutz aus dem Wasser zu entfernen besteht mit Hilfe von Sieben. Die bekanntesten Systeme sind dabei das Bogensieb und seit kurzer Zeit auch der Trommelfilter. Der Vorteil dieser Filtermethode ist, dass man selber beeinflussen kann, wie gut das Wasser von Fremdstoffen gereinigt wird. Je feiner das eingesetzte Sieb ist, umso mehr Schmutz wird dem Wasser entzogen, allerdings steigt damit auch der Reinigungsaufwand. Ein weiterer Pluspunkt dieser Systeme ist, dass der entfernte Schmutz nicht mehr in direktem Kontakt mit dem Teichwasser ist und daher dieses nicht mehr belasten kann. Nachteile sind die Kosten und dass diese Filter im Winter an einem 100%ig frostfreien Ort aufgestellt werden müssen, sofern sie in Betrieb bleiben. Dann gibt es noch eine Vermischung der vorhin beschriebenen Systeme, wo in einem Absetzbecken ein Siebfilter (SIFI, SPRIFI, ANSWER, …) zum Einsatz kommt.
Teichfilter: "Biologische Filterung" Bei der biologischen Filterung wird generell eine möglichst große Besiedelungsfläche für die Bakterien angestrebt. Zum Einsatz kommen hier alle möglichen Filtermaterialien die auch aus der Aquaristik gut bekannt sind. Filterschaum, Biobälle, Tonröhrchen, Keramikfilter, Schwimmkörper, … sind nur einige der Filtermedien die heute Anwendung finden. Diese Filtermaterialien werden in geeignete Behälter gegeben und es wird versucht diese so gut wie möglich zu durchströmen um alle Bakterien mit lebenswichtigen Stoffen zu versorgen. Natürlich darf gerade in diesem Teil des Filters auch der Sauerstoff nicht fehlen den die Bakterien zu ihrer Arbeit benötigen. Dieser wird in der Regel mittels Luftpumpen zur Verfügung gestellt. In den letzten Jahren haben sich bei der biologischen Filterung auch so genannte BubbleBeadFilter unterschiedlichster Hersteller etabliert. Diese sehen aus wie große Sandfilter wie sie im Schwimmbadsektor zum Einsatz kommen, sind jedoch mit einer Unmenge kleiner Kunststoffkörper gefüllt die den Bakterien die nötige Besiedelungsfläche geben. Mittels eines Rückspülmechanismus werden dann die Filterköper durchgewirbelt und der Schmutz kann in den Ablauf geleitet werden.
Das wichtigste bei biologischen Filteranlagen sind die Bakterien. Ganz egal wie eine Biokammer aufgebaut ist, ohne den "Bakkis" ist sie nicht mehr als ein Nachgeschalteter mechanischer Filter. Nur die Bakterien können aus dem mit verschiedenen Stoffen belasteten Teichwasser wieder gesundes frisches Wasser für die Fische aufbereiten. Deswegen sollte jedem neuen Filter in der Anfangsphase mit so genannten Starterbakterien etwas unter die Arme gegriffen werden, bis sich ein gesunder Bakterienstamm aufgebaut hat. Auch nach jedem Winter helfen solche Starterbakterien dem Filter wieder schneller seine volle Leistungsfähigkeit zu erreichen, sterben ja im Winter eine Menge an Bakterien ab. Ein Fehler der auch sehr häufig gemacht wird, ist das vollständig saubere Auswaschen der Filtermaterialen bei der Reinigung der Filteranlage. Was wie Schmutz aussieht sind in Wahrheit die so notwendigen Bakterien. Daher immer nur das entfernen was leicht abwaschbar ist – ansonsten könnte die gesamte Bakterienkultur zerstört werden. Nach Möglichkeit sollte das Wasser zum Reinigen der Filteranlage auch dieselbe Temperatur haben wie das Teichwasser um weiteren Bakterienverlust zu vermeiden. Im Grunde braucht der biologische Teil das gesamte Jahr hindurch nicht gereinigt werden, sondern es reicht wenn man den Schmutz der sich am Boden absetzt entfernt. Eine Reinigung im Frühjahr und im Herbst ist ansonsten voll und ganz ausreichend, sofern eine gute mechanische Filterung besteht.
Teichfilter: "Chemische Filterung" Unter die chemische Filterung fallen bestimmte Filtermaterialien, die speziell eingesetzt werden um bestimmte Stoffe aus dem Wasser zu bekommen. So gibt es da z.B. das Zeolith, Aktivkohle, … All diese Stoffe werden verwendet um dem Wasser bestimmte Schadstoffe zu entziehen. So kann man mit Hilfe von Aktivkohle zum Beispiel erreichen, dass Medikamentenreste aus dem Wasser entfernt werden.
Für welches Konzept man sich bei der Filteranlage eines Koiteiches entscheidet, steht natürlich jedem selbst offen. Sicher hat ein jeder persönliche Vorlieben und ich kann nur jedem Raten, sich im Vorhinein verschiedene Systeme anzusehen. Erst nach genauer Abwägung aller Vor- und Nachteile sollte man sich für eine bestimmte Filteranlage entscheiden. Sicher wird immer wieder der Kostenfaktor eine große Rolle spielen, sind Koiteichfilter ja nicht gerade billig. Aber man sollte auch bedenken dass es oft besser ist, eine gute Investition zu tätigen als immer wieder mit Problemen kämpfen zu müssen. Andererseits heißt es noch lange nicht, dass alles was "recht und teuer ist" auch gut für den Koiteich sein muss. Hier ist es eben von Vorteil, mit anderen Koiliebhabern zu diskutieren und Erfahrungen


